19.8.2025

Inhalt

Israel

Für die israelische Regierung wird es schwierig: Die Hamas hat, so berichtet sie, den letzten Vorschlag zu einem Waffenstillstand von Qatar und Ägypten angenommen.

Hier der Text, dem die Hamas zugestimmt hat:

  • Die israelischen Streitkräfte (IAF) werden sich im nördlichen Teil des Gazastreifens und im Osten, mit Ausnahme von Shuja’iyya und Beit Lahia, bis zu einer Tiefe von einem Kilometer zurückziehen.
  • Im Austausch für die zehn lebenden Gefangenen (Geiseln) werden 140 zu lebenslanger Haft und 60 zu mehr als 15 Jahren Haft verurteilte palästinensische Gefangene freigelassen.
  • Zu Beginn des Waffenstillstands werden Hilfsgüter im Rahmen des vorherigen Waffenstillstands im Januar bereitgestellt.
  • Die Hilfsgüter umfassen Treibstoff, Wasser, Strom, die Sanierung von Krankenhäusern, Bäckereien und die Bereitstellung von Geräten zur Trümmerbeseitigung.
  • Der Grenzübergang Rafah wird wie während des vorherigen Waffenstillstands geöffnet. [Rafah steht unter Ägyptens, nicht Israels, Kontrolle und Ägypten hatte in geschlossen gehalten]
  • Im Austausch für jede Leiche eines israelischen Gefangenen [Geisel!] wird Israel zehn Leichen von Palästinensern zurückgeben.

Der Vorschlag sieht also die Freilassung von 10 lebendigen Geiseln gegen die Freilassung von 200 palästinensischen Terroristen, einen Waffenstillstand von 60 Tagen und einen Teilrückzug der IDF aus Gaza vor. Israel (und die USA) hingegen haben deutlich gesagt, dass ein Teilabkommen für sie nicht mehr in Frage komme.

Jetzt wird die israelische Regierung unter innenpolitischen Druck kommen, dieses Abkommen anzunehmen, um damit (hoffentlich) das Leben von 10 weiteren Geiseln zu retten. Andererseits wird ein Teilrückzug aus Gebieten, die danach mit Sicherheit erneut erobert werden müssen, weil es noch immer Geiseln zu befreien und Terroristennester zu vernichten gilt, das Leben mehrerer unserer Soldaten kosten.

(Zwischenbemerkung. Wenn ich sehr böse wäre, könnte ich auch sagen: Was gehen uns diese Geiseln an? Laut Berichten sind 17 von ihnen deutsche Staatsbürger, soll sich doch Deutschland darum kümmern! Doch selbstverständlich sage (und denke) ich so etwas nicht! Es ist bloß so ein Gedanke, der mir durch den Kopf geht, und der allen Deutschen ebenfalls durch den Kopf gehen sollte. Denn Deutschland kümmert sich lieber um Gazaner als um ihre eigenen Staatsbürger in deren Geiselhaft)

Man sieht hier die Taktik von Qatar und Ägypten (und der Hamas!): Unsere Regierung soll unter Druck der linken, palästinafreundlichen Opposition kommen, die gegenwärtig unsere Strassen blockiert und die Wirtschaft stilllegen will. Über diese Bewegung wird in arabischen Medien genüsslich berichtet und sie wird dort als deutlich stärker beschrieben, als sie in Wirklichkeit ist.

Doch nebst diesem muss man sich auch fragen: Was motiviert diese beiden Staaten eigentlich, diesbezüglich als „Mediatoren“ zusammenzuarbeiten? Qatar ist sozusagen die Heimat der Muslimbrüder, doch in Ägypten gelten sie als Staatsfeind Nummer 1. Was also bringt diese beiden Laender zu einem Thema, das sie eigentlich nichts angeht, an einen Tisch? Was sind ihre gemeinsamen Interessen?


Arabische Quellen, die von Hamas-Kanälen auch zitiert werden:

Qatar und Ägypten arbeiten daran, den amerikanischen Gesandten Witkoff in die Region einzuladen, um Verhandlungen mit Israel aufzunehmen, nachdem die Hamas dem ihr vorgelegten Vorschlag zugestimmt hat.“

Die USA, die an diesem Vorschlag nicht beteiligt sind, sollen also mit ins Boot geholt werden.


Gaza

Im Anschluss an die (oben beschriebenen) Daten zum Waffenstillstandsvorschlag, dem die Hamas nach eigenen Worten zugestimmt hat, weisen Hamas-nahe Sender darauf hin, dass zusätzlich zur Freilassung von 200 palästinensischen Gefangenen im Austausch gegen die lebenden Geiseln auch etwa 1’500 weitere Gazaner freigelassen werden sollen, die nach dem 7. Oktober von der IDF in Gaza festgenommen worden sind.


Ägypter suchen nach einer kreativen Lösung für die Entwaffnung der HAMAS und haben der Organisation vorgeschlagen, ihre Waffen bei ihnen „zur Aufbewahrung zu hinterlegen„.

Laut einer ägyptischen Quelle, die mit den Details vertraut ist, reagierte die Hamas darauf wenig begeistert und wich einer Diskussion über das Thema aus.


Der Clan der Ma’atziv, der mit der Hamas zusammenarbeitet, veröffentlichte Filmmaterial, in dem er damit prahlte, in den letzten zwei Tagen mehr als 210 Lastwagen mit Hilfsgütern nach Gaza entführt zu haben – die meisten davon von UNICEF und World Central Kitchen.


Finanziert von den Vereinigten Arabischen Emiraten:

Fortschritte beim Projekt zur Verlegung der Wasserpipeline von Ägypten in das Gebiet Khan Yunis im südlichen Teil des Gazastreifens.

Sie werden dort also mehr Wasser haben als die Iraner in Teheran…


Gaza-Kanäle: Schweres Artilleriefeuer der IDF die ganze Nacht über auf das Viertel Sabra im südlichen Zentrum von Gaza-Stadt.

Das Viertel Sabra gilt als der zentral-südliche Teil von Gaza-Stadt und grenzt an Zeitoun, Rimal, Tel al-Hawa und al-Daraj.

Die umfangreichen IDF-Aktivitäten im Viertel Zeitoun wirken sich auch auf Sabra aus.

Nach Angaben der Gaza-Bewohner feuern Panzer in der 8. Straße im Viertel Zeitoun im Süden von Gaza-Stadt (auf der Karte mit einer roten Stecknadel markiert) auf Sabra.

Der intensive Beschuss hat nach Angaben der Palästinenser Tote und Verletzte gefordert und verhindert, dass Rettungskräfte das Gebiet erreichen. Infolgedessen geben Palästinenser im Viertel Sabra an, belagert zu sein.

Die Artillerieangriffe im Viertel Sabra sind eine neue Entwicklung, die gestern in den Nachmittagsstunden aufgrund des Vorrückens der IDF-Truppen in Zeitoun begann.

Ein blauer Pfeil markiert die Schussrichtung von der 8. Straße im Süden von Gaza-Stadt in Richtung Sabra – laut Gaza-Kanälen.


Der Star der „Hungervideos“, das an einer genetischen Krankheit leidende Kind aus Gaza, Abdullah Abu Zarqa, starb letzte Nacht in einem Krankenhaus der türkischen Stadt Adana, wohin Israel ihn zur medizinischen Behandlung geschickt hatte.

Der Sprecher der israelischen Streitkräfte veröffentlichte kürzlich offizielle medizinische Dokumente, die seine genetische Erkrankung belegen.

Sogar der Administrator des Telegram-Kanals des Al-Jazeera-Reporters Anas al-Sharif (der vor etwa anderthalb Wochen eliminiert wurde) schrieb (vielleicht irrtümlich), Abdullah Abu Zarqa sei nach einem „langen Kampf gegen die Krankheit“ gestorben, fügte dann jedoch noch „Hunger“ hinzu, um die Geschichte nicht völlig zu zerstören.


Ein weiterer „Journalist“

Die Palästinenser berichten, dass der Journalist Islam Al-Qoumi gestern bei einem Angriff der israelischen Armee im Stadtteil Sabra in Gaza-Stadt getötet worden sei.

Al-Qoumi ist Journalist der Hamas-Publikation „Al-Resalah“.

Ein Hamas-Journalist = ein Hamas-Aktivist (in der Regel im militärischen Flügel) = ein bezahlter Terrorist.

Libanon

Zurzeit wird in der UNO über die UNIFIL debattiert, die UN-Organisation, die hätte verhindern sollen, dass Israel aus Libanon nahezu ein Jahr lang täglich mit Raketen und Drohnen beschossen worden ist und 60’000 Israelis in die Flucht getrieben worden sind.

Diese Truppen kosten eine Menge Geld und sind absolut nutzlos, wird kritisiert. Anstatt gegen die Waffensilos der Hizbollah vorzugehen, investieren ihre Soldaten ihre Zeit (und internationales Geld) in „Gender Studies“ und therapeutisches Yoga (und vermutlich in noch ganz andere Dinge…)


Wenn Libanon ihren Entscheid, die Hizbollah zu entwaffnen, durchzusetzen beginnt, werden wir die US-Botschaft in Beirut angreifen, sagt Naim Qassem von der Hizbollah.

International

Das französisches Außenministerium (auf Arabisch):

Wir haben keine Benachrichtigung über die Schließung des französischen Konsulats in Jerusalem erhalten.

Sollte dies dennoch geschehen, werden wir deutlich reagieren. Dies würde die Beziehungen zwischen den Ländern erheblich schädigen.“

Die Erklärung folgt auf Berichte aus Israel, wonach Außenminister Gideon Sa’ar die Schließung des französischen Konsulats empfohlen habe, falls Frankreich einen palästinensischen Staat anerkennt.

Die Frage, die sich stellt, ist: Wie kann Macron diese Beziehungen noch mehr schädigen?


Die deutsche Bundeswehr-Beschaffungsbehörde hat einen Vertrag mit dem israelischen staatlichen Rüstungskonzern „Rafael“ über die Lieferung von Laser-Zielerfassungssystemen LITENING V abgeschlossen.

Der Vertrag wurde ohne Ausschreibung unterzeichnet, da es keine technischen Alternativen auf dem Markt gibt – „Rafael“ ist der einzige Hersteller, der solche Systeme liefern kann.

LITENING V gilt als die modernste Generation von Laser-Zielerfassungssystemen und bietet Fähigkeiten zur Zielerkennung, -verfolgung und hochpräzisen Luftangriffen.


Über solche Meldungen berichte ich nicht (mehr), weil sie sozusagen zum Alltag geworden sind: Ein UBER-Fahrer in Wien hat seine Fahrgäste beschimpft, mitten auf der Strasse rausgeworfen und sogar tätlich angegriffen, nachdem er erfahren hat, dass sie aus Israel sind.


Spannungen zwischen Australien und Israel eskalieren wegen Visa und Palästinensischer Autonomie

Die australische Außenministerin Penny Wong warf der Netanjahu-Regierung vor, Israel zu isolieren, nachdem sie den Vertretern Canberras bei der Palästinensischen Autonomiebehörde die Visa entzogen hatte.

Zuvor hatte Australien dem Abgeordneten Simcha Rothman und der ehemaligen Justizministerin Ayelet Shaked die Einreise verweigert, nur wenige Tage nachdem sie bei den Vereinten Nationen angekündigt hatte, im nächsten Monat einen palästinensischen Staat anzuerkennen.

Wong bezeichnete Israels Reaktion als „ungerechtfertigt“ und drängte auf Diplomatie und eine Zweistaatenlösung.

Kritiker in Australien warfen der Labour-Regierung vor, israelische Stimmen zu blockieren und gleichzeitig Hamas-Sympathisanten zu tolerieren.

Rothman sagte, das Einreiseverbot beweise, dass Canberra „dem Terror kapituliert“ habe, während Shaked es als „Beweis für Voreingenommenheit und Feindseligkeit gegenüber Israel“ bezeichnete.


Israel eröffnet Botschaft in Sambia wieder

Außenminister Gideon Sa’ar ist am Montag zu einem diplomatischen Besuch nach Sambia aufgebrochen, wo er die neue israelische Botschaft in Lusaka eröffnen wird.

Sa’ar wird mit Präsident Hakainde Hichilema, Außenminister Mulambo Haimbe und Parlamentspräsidentin Nelly Mutti zusammentreffen, um Initiativen zur Stärkung der bilateralen Beziehungen voranzutreiben.

Dieser Schritt ist Teil der umfassenderen Strategie Israels zum Ausbau der Beziehungen zu Afrika.

Unterwegs wird Sa’ar auch seinen äthiopischen Amtskollegen in Addis Abeba treffen.

Israel unterhielt in den 1960er und 1970er Jahren bereits eine Botschaft in Sambia, bevor diese im Zuge einer regionalen diplomatischen Verkleinerung geschlossen wurde.


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